März 2011 Vorarlbergensien

Susi Weigel (1914 - 1990) - die vergessene Künstlerin
aus Vorarlberg

 


 

 

„Das kleine Ich bin Ich”, geschrieben von Mira Lobe und illustriert von Susi Weigel lag 2007 in den Österreichischen Jugendbuch-Bestsellerlisten noch vor "Harry Potter" platziert. Trotzdem lebte Susi Weigel von 1952 bis 1990 bescheiden in Bludenz und nur wenige wussten von ihrer Tätigkeit. Nach ihrem Tod geriet sie vollends in Vergessenheit und erst eine Ausstellung im Frauenmuseum in Hittisau machte auf ihre Bedeutung aufmerksam.

Susi Weigel wurde 1914 in Proßnitz (Mähren) geboren und studierte später an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Nach Abschluss ihres Studiums begann sie ihre künstlerische Laufbahn als Illustratorin für Zeitungen und Zeitschriften sowie als Trickfilmzeichnerin. Während des Zweiten Weltkrieges lebte sie als freie Grafikerin in Berlin und kehrte nach Kriegsende nach Wien zurück, wo sie beim Kindermagazin „Unsere Zeitung” arbeitete.

 

Dort lernte Susi Weigel die Kinderbuchautorin Maria Lobe kennen, womit ihre jahrzehntelange Zusammenarbeit begann.
1952 heiratete Susi Weigel einen Bludenzer ÖBB-Beamten und wohnte zunächst in Langen am Arlberg und später in Bludenz. Sie lebte sehr zurückgezogen, illustrierte weiterhin Kinderbücher, war aber auch als Gebrauchsgrafikerin tätig. Künstlerische Spuren hinterließ sie etwa in Klösterle, wo sie in der Volksschule ein neun Meter langes Wandbild zeichnete, das die Entstehungsgeschichte des Klostertals zeigt. Weiters gestaltete sie für Weihnachten und Ostern besondere Schleifen für die Milka Schokolade.

„Das kleine Ich bin Ich”
Susi Weigel illustrierte insgesamt ca. 60 Kinderbücher, meist in Zusammenarbeit mit Mira Lobe, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Das bekannteste Buch ist „Das kleine Ich bin Ich”. Susi Weigel beschreibt, wie es überhaupt zur Buchidee kam: „Wir hatten eine liebe Kinderfrau, die ich sehr gern mochte”, erinnert sich die Künstlerin. Im hohen Alter sei diese Frau etwas verwirrt gewesen und habe immer wieder gefragt, „Wer bin ich - ich bin ich?” Dieses Erlebnis hat Susi Weigel nicht mehr losgelassen: „Mir ist plötzlich bewusst geworden, dass es Kindern ähnlich geht, sie sind auf der Suche nach ihrer eigenen Identität.”

 

Quelle: Blumesberger, Susanne: Aufarbeitung des Nachlasses und der Biografie der Grafikerin und Illustratorin Susi Weigel. Endbericht, Teil 1, 2008.
 

 

 

 

 

 

Lobe, Mira; Weigel, Susi (Illustratorin):
Die Omama im Apfelbaum.
Chinesische Ausgabe, 2008.






Lobe, Mira; Weigel, Susi (Illustratorin):
El fantasma del palau.
Katalanische Ausgabe, Barcelona 1998.

 

 

 

 

Lobe, Mira; Weigel, Susi (Illustratorin): Ingo y Drago. Span. Ausgabe, Madrid 1985.

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