Vorarlberger Landesbibliothek
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Land und Form. Arbeit und Schreiben als Verfahren der Umweltproduktion - Tagung

Internationale Tagung
Lesungen, Vorträge, Gespräche

Datum

27.03. -
28.03.2025

Ort

Vortragssaal des Vorarlberger Landesarchivs, Bregenz

Eintritt frei!

Veranstalter

Franz-Michael-Felder-Archiv der Vorarlberger Landesbibliothek und Ruhr-Universität Bochum

Als Franz Michael Felder die Bühne der zeitgenössischen Kulturszene betrat, wurde er mit einer Mischung aus Überraschung und Herablassung begrüßt. Ein Bauer, der dichtet, war nicht nur selten, sondern eine Kuriosität. Felder ist jedoch kein Einzelfall und das Phänomen einer beinahe ungläubigen Feier der Authentizität des ländlichen Schreibens endet auch nicht im 19. Jahrhundert. Auch in aktuellen Diskursen über Dorfliteratur werden diejenigen, die „echt“ vom Dorf kommen, mit Faszination und einer gewissen Skepsis betrachtet. Doch woran liegt das? 
Franz Michael Felder wird im Rahmen der Tagung zum Ausgangspunkt einer Perspektive, die die erschriebene Zugehörigkeit von Mensch und Land als Versuch versteht, die Prekarität ökologischer Verhältnisse nicht zu beseitigen, sondern ihr eine Form zu geben, mit der sich arbeiten lässt.

Die Tagung interessiert sich für den Zusammenhang von Land und Form als konkretem Wechselverhältnis. Wir fragen danach, welche Umstände ein Schreiben ohne Distanz suspekt oder attraktiv machen (Stichwort: Authentizität vs. Objektivität) und unter welchen Bedingungen es denkbar wird, sich in eine Landschaft oder ins Land einzuschreiben. Welche Wissens- und Arbeitsweisen ermöglichen oder verhindern die zugleich materielle und poetische Formation eines Naturverhältnisses, das nicht auf Intaktheit oder Unberührtheit beruht, sondern gerade aus der gegenseitigen Durchdringung sein Momentum generiert?

Programm

 

26. März 2025
Theater Kosmos


19:30 Uhr

Jana Volkmann (Wien) 
Lesung und Gespräch
Erle, Eibe, Douglastanne. Sprachmagie und Übersetzung im Schreiben über das Nichtmenschliche
Moderation: Solvejg Nitzke (Universität Bochum)

27. März 2025
Vortragssaal des Vorarlberger Landesarchivs

 

9:30 Uhr
Solvejg Nitzke, Jürgen Thaler
Land und Form. Eröffnung & Einleitung

9:45 – 10:30 Uhr
Marcus Twellmann (Universität Hamburg)
Energetische Abhängigkeit und kulturelle Vormacht. Zur neueren Stadt- und Landliteratur

10:30 – 11:15 Uhr
Isabel Fargo Cole (Berlin)
Landschaft – erschreiben und übersetzen
Im Gespräch mit Solvejg Nitzke

11:45 – 12:30 Uhr
Sandra Fluhrer (Freie Universität Berlin)
Versuch über literarischen Dialekt

14:00 Uhr – 14:45 Uhr
Stephanie Heimgartner (Universität Bochum)
We have some plan(t)s. Geformte Landschaft am Beispiel des Ammerlands

14:45 – 15:30 Uhr
Isabel Kranz (Universität für angewandte Kunst, Wien)
Plotten, planen, arrangieren: Was verbindet Garten- und Textarbeit?

16:00 Uhr – 16:45 Uhr
Friederike Reents (Universität Eichstätt-Ingolstadt)
Berg und Werk

16:45 – 17:30 Uhr
Ingrid Fürhapter (Felder-Archiv, Bregenz)
„Die Sprache zerschellt am Berg.“ Sprachlandschaft in Bruchstücken im Werk Elisabeth Wäger-Häusles (1942–2019)

 

18 Uhr 

Dialogführung mit Solvejg Nitzke und Direktor Thomas D. Trummer 

Ein Gespräch über Kunst, Literatur und Natur
 

Ort: Kunsthaus Bregenz

 

Solvejg Nitzke, geboren 1985, ist habilitierte Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Wissensproduktion und Ökologieforschung und umfassen u.a. Katastrophen, Klima, Dorfgeschichten sowie Literary and Cultural Plant Studies. Gemeinsam mit KUB Direktor Thomas D. Trummer erkundet sie die Ausstellung von Precious Okoyomon.

 

Eine Kooperation des Kunsthaus Bregenz mit dem Franz-Michael-Felder-Archiv der Vorarlberger Landesbibliothek
Beitrag: 7 Euro zzgl. Eintritt (für Referenten und Referentinnen ist der Eintritt frei).

28. März 2025
Vortragssaal des Vorarlberger Landesarchivs

 

9:30 – 10:15 Uhr
Solvejg Nitzke (Universität Bochum)
Kultivierte Texte. Vom Mythos der Urwüchsigkeit zwischen Naturlyrik und ökologischem Erzählen

10:15 – 11:00 Uhr 
Jürgen Thaler (Felder-Archiv, Bregenz)
Der Bauer als Dichter, gestern und heute. Felder und Kaiser-Mühlecker

11:30 – 12:15 Uhr
Mareike Schildmann (Universität Bremen)
Bürgerbauern. Stadtflucht und Landarbeit bei Stifter und Rosegger (Zwei Schwestern/ Erdsegen)

12:15 – 13:00 Uhr
Gerhard Fuchs (Universität Graz)
Einfach, hart und ehrlich. Das Landleben als ein nüchtern perspektivierter Sehnsuchtsort bei Peter Rosegger

13:00 Uhr
Schlussdiskussion und Ausblick