VLB BLOG - Oktober 2018

 

Das Leben, das Universum und der ganze Rest

24. Oktober 2018 von Mirella Sprenger

420000295748 ... das ist der VLB-Strichcode des hier empfohlenen Kassikers der Science-Fiction-Literatur. Wer sich schon mal gefragt hat, weshalb die 42 bei dieser Nummer vorangestellt ist, lese Douglas Adams' Per Anhalter durch die Galaxis.
42 ist die Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest”, welche der Computer „Deep Thought” nach einer Rechenzeit von 7,5 Millionen Jahren präsentiert. Weiters erfahren wir in dem Roman, dass der Planet Erde in Wahrheit ein Supercomputer ist bzw. war - er wurde 5 Minuten vor Ablauf seines Zehn-Millionen-Jahre-Programms im Rahmen eines Verkehrsprojekts gesprengt. Die Erde sollte die genaue! Frage zur Antwort 42, „nach dem Leben, dem Universum und allem”, finden…
„Per Anhalter durch die Galaxis” ist schräg, skurril, spaßig, kurzweilig ... ist Kult. Dabei ist der Titel sowohl der Titel des ersten Buches als auch der gesamten 5-teiligen Romanreihe, von der wir den ersten sowie den „fünften Band der vierbändigen Trilogie” im Bestand haben.

Auf Wikipedia ist übrigens folgendes Zitat von Douglas Adams zu lesen: „The idea for the title first cropped up, while I was lying drunk in a field in Innsbruck, Austria, in 1971. Not particularly drunk, just the sort of drunk you get when you have a couple of stiff Gössers after not having eaten for two days straight.”

Und noch ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl an unsere Erwerbungsabteilung: Wäre schön, wenn die gesamte Trilogie (also alle 5 Bände) im Regal stehen würde ;-)

Rogner und Bernhard

Rogner und Bernhard

Bauchgefühle

17. Oktober 2018 von Wolfgang Köhle

„Für jedes komplexe Problem gibt es eine einfache Lösung, und die ist die falsche.” So beschreibt Umberto Eco das Wesen des Populismus in Das Foucaultsche Pendel. In Politik der Emotion wird die Behauptung einfacher Zusammenhänge, für die dann eine noch einfachere Lösung präsentiert wird, nicht emotional sondern nüchtern betrachtet.

„Wie kommt diese bedingungslose Übereinstimmung zwischen dem Typus des populistischen Heilsbringers und seiner Fangemeinde zustande? Warum hält sie – auch bei bewiesener Diskrepanz zwischen Realität und Behauptung – so beharrlich an? Die Antwort scheint klar zu sein: Solange die emotionale Basis stimmt, der Politiker/die Politikerin den Gefühlen des anvisierten Publikums Stimme und Raum gibt, tritt die Frage nach den realen Auswirkungen der Politik in den Hintergrund. Ist das Bindungshormon einmal ausgeschüttet, tröstet das Sicherheitsgefühl, das es bietet, über so einige Alltagskamalitäten hinweg. Was erfolgreich macht, ist der unmittelbare Zugriff auf den Gefühlshaushalt, ein Kernaspekt populistischer Politik.”

Aus der besonders wertvollen Reihe Unruhe bewahren.

SalzburgWien Residenz Verlag [2018]

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Unruhe stiften

11. Oktober 2018 von Wolfgang Köhle

Ökosystematisch betrachtet verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Maschine. Also soll nicht mehr der Mensch im Zentrum des Denkens stehen, sondern das Leben aller Artgenossinnen, biologischen Verwandtschaften und Kreaturen.

„Es ist unsere Aufgabe, Unruhe zu stiften, zu wirkungsvollen Reaktionen auf zerstörerische Ereignisse aufzurütteln, aber auch die aufgewühlten Gewässer zu beruhigen, ruhige Orte wieder aufzubauen. In dringlichen Zeiten ist es für viele verlockend, der Unruhe zu begegnen, indem sie eine imaginierte Zukunft in Sicherheit bringen. Dafür versuchen sie, am Zukunftshorizont Drohendes zu verhindern, aber auch Gegenwart und Vergangenheit beiseitezuräumen, um so für kommende Generationen Zukunft zu ermöglichen. Unruhig zu bleiben erfordert aber gerade nicht eine Beziehung zu jenen Zeiten, die wir Zukunft nennen. Vielmehr erfordert es zu lernen, wirklich gegenwärtig zu sein.”

Unruhig bleiben : die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän

FrankfurtNew York Campus Verlag [2018]

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Dringlich Geschriebenes

3. Oktober 2018 von Wolfgang Köhle

Wie man ein wirklich gutes Gedicht, eine wirklich gute Erzählung, einen tatsächlich ergreifenden Roman, einen existenziellen Text erkennt, kann man in den Frankfurter Poetikvorlesungen lernen.

„Womöglich bin ich hier falsch. Ob ich hier doch richtig war, das entscheiden letzten Endes Sie. Warum fühle ich mich fehl am Platze in einer Universität, noch dazu einer, die einen so großen Namen trägt und so viel auf Tradition hält wie diese? 
Erstens: Ich habe nicht einmal Abitur.
Zweitens: Eine Stunde nicht rauchen.
Drittens: Ich bin keine Rednerin, sondern eine Schreiberin.
Viertens: Ich kann nicht frei sprechen. Aber wer kann das heute schon noch? Um frei sprechen zu können, müssten sich Frau und Mann erst einmal frei fühlen.
Zwischenfrage: Und Sie, Sie alle, meinen Sie, dass Sie hier richtig sind? Fühlen Sie sich frei?
Egal, Sie sind hergekommen, ich auch. Also versuchen wir es.”

Katja Lange-Müller berichtet aus ihrer schriftstellerischen Werkstatt in Das Problem als Katalysator.

Köln Kiepenheuer & Witsch 2018

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